Von André Käber · Shift³ Community News

Zwei Konferenzen. Eine Woche. Eine klare Wahl.

In der gleichen Woche wie TED hat die Modex in den USA stattgefunden. Das größte Supply-Chain- und Materialhandling-Event Nordamerikas auf der einen Seite.... Eine Bühne, auf der die Welt verstanden hat, mit anderen Augen zu sehen.

Warum habe ich mich ganz klar für TED entschieden? Und warum ist dieser Vergleich eigentlich gar keiner, sondern lässt nur eine Entscheidung zu, nämlich die für TED in Vancouver?

Weil ich meinen beruflichen Sinn genau dort gefunden habe, wo dieser Vergleich endet: darin, den aktuellen Status immer wieder in Frage zu stellen und Innovation in die Logistikabteilungen und Supply Chain Organisationen zu bringen.

Innovationen entstehen für mich nicht auf Messen, auf denen die Regale neuer Hersteller etwas breiter gefüllt sind als im Vorjahr. Sie entstehen durch Assoziieren und Herstellen überraschender Verbindungen zwischen verschiedenen Wissensgebieten.

André Käber

Die Modex zeigt, was die Branche heute kann. TED zeigt, was die Welt morgen braucht. Beides ist wichtig. Aber nur eines davon verändert, wie ich denke.

Anfängerspirit: Warum das Loslassen schwerer ist als das Lernen

Um wirklich zu verbinden, muss man seine vorgefassten Meinungen loslassen und die Welt mit anderen Augen sehen. Eine Art Anfängerspirit, sich zu hinterfragen und permanent neu zu erfinden.

Diesen Spirit habe ich damals bei der Gründung der leogistics gespürt. Bei neuen Produkten wie dem Yard Management, als noch kaum jemand wusste, was ein YMS überhaupt ist. Bei unserem Start in der SaaS-Welt mit myleo. Bei der Shift³ Community. Und jetzt auch bei ToShift.

Es ist immer derselbe Moment: der, in dem man das Gewohnte hinter sich lässt, weil man erkannt hat, dass das Bekannte nicht mehr reicht.

Und genau hier zeigt sich das Muster, das TED in so vielen Talks sichtbar gemacht hat: Jede Zeit fordert ihr Management. Und jedes Management versucht, das Richtige zu tun.

Was sich jedoch unter stabilen Vorzeichen als richtig erweist, erweist sich bei Disruption als fatal. Die konservative Logistikwelt setzt auch in disruptiven Zeiten auf das Alte, auf das Bekannte. Noch. Denn dieser Zustand muss sich radikal ändern, um zu überleben.

Das Positive: Die Zeiten waren schon immer schwierig..

War früher wirklich alles besser oder nur anders? Jede Generation hat ihre eigenen Herausforderungen!

Die Zeiten waren noch nie besser als jetzt, seine Organisation, seine Prozesse und seine Technologie-Landschaft neu auszurichten. Denn wir haben ja keine andere Zeit als jetzt! 

Was es dafür braucht?

Allen voran die eigene Erkenntnis, etwas ändern zu wollen. Ein Management, das auch persönlich Schritte zurückgeht und das Team in den Fokus stellt. Und gemeinsames Wachstum nicht nur predigt, sondern aktiv fördert.

It's starts with WHY

Das ist keine Soft-Skill-Rhetorik. Das ist die härteste Disziplin, die Führung heute zu leisten hat.

Simon Sinek & Andre Käber - TED Konferenz Vancouver 2026

Henry Ford hatte recht – und er hat es auf TED widerhallen lassen

Es gibt Zeiten, in denen man auf seine Kunden hören sollte. Und es gibt Zeiten, in denen man das nicht tun sollte.

Das war schon zu Zeiten Henry Fords so, da sich Kunden eher schnellere Pferde als ein Automobil gewünscht hätten.

Mich hat TED erneut darin bestärkt, den disruptiven Weg zu gehen. Neue Geschäftsmodelle mit einem ganzheitlichen Ansatz zu verbinden. Denn die Welt im Bereich der Logistik-Software, wie wir sie kannten, verabschiedet sich langsam.

Noch sind die Zahlen vieler Consulting-Firmen zu gut. Noch sind die Kunden zu sehr auf „Das haben wir schon immer so gemacht“ eingestellt. Aber wir bewegen uns schneller denn je in einem Transformationsprozess, in dem der Mensch den Unterschied machen wird und Innovation bestehende Denk- und Arbeitsweisen durch Technologie verändern wird.

Das ist kein Widerspruch. Das ist die eigentliche Botschaft.

Die Frage, die TED zurück in die Logistik trägt: Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten?

Bei TED wurde intensiv um ethische Aspekte gerungen, mit der Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben?

Und diese Frage stellt sich auch für die Arbeit. Für jede Organisation. Für jede Logistik-Abteilung, die heute über den Einsatz agentischer KI nachdenkt. Für jede Supply Chain, die sich fragt, welche Rolle der Mensch in fünf Jahren noch spielt.

Denn: AI ist nicht – vielleicht auch noch nicht – conscious.

Dario Amodei von Anthropic hat in einem viel beachteten Essay genau diese Frage kürzlich in die öffentliche Debatte zurückgeholt. Bewusstsein bleibt die Grenze, an der Technologie auf Verantwortung trifft.

Und darum geht es bei Transformation. Nicht um mehr Tools. Nicht um mehr Dashboards. Sondern um bewusste Entscheidungen und das Verständnis, Technologie für den Menschen und nicht gegen ihn einzusetzen.

Das ist kein weiches Prinzip. Das ist die härteste Architekturentscheidung der kommenden zehn Jahre.

Was ich aus TED mitgenommen habe

TED hat mich erneut darin bestärkt, diesen Weg weiter zu gehen.

Die Menschen in meinem Umfeld bei ihrem persönlichen Wachstum zu unterstützen. Vorurteile zu revidieren. Wissensgebiete konsequent zu verbinden. Technologie und Mensch. SAP-Tiefe und AI-Architektur. Strategie und Execution. Consulting und Community.

Ich bin nicht Entweder-Oder. Ich bin das Und.

Und genau darum geht es bei Shift³ und ToShift. Nicht zufällig. Mit Absicht.

Wir können jeden Tag so viel bewegen – wenn wir uns bewusst dafür entscheiden.

Dafür habe ich Shift³ und ToShift gegründet.

Für die Shift³ Community

Wenn Du diesen Artikel liest, bist Du vermutlich schon Teil dieser Bewegung – oder dabei, Teil zu werden.

Die Shift³ Community existiert, weil ich glaube: Die Logistik-Branche hat kein Technologieproblem. Sie hat ein Architekturproblem. Und Architektur beginnt immer bei Menschen, die Verbindungen herstellen, die andere für unvereinbar halten.

TED war für mich eine Erinnerung daran, dass genau das unsere Aufgabe ist. Nicht schnellere Pferde zu züchten. Sondern das Automobil zu bauen, das vor der Tür steht – während die Welt noch mit dem Alten beschäftigt ist.

Lasst uns die Welt mit anderen Augen sehen. Gemeinsam.

André Käber ist Founder & CEO von ToShift und Initiator der Shift³ Community. Er verbindet 25 Jahre Supply Chain Execution mit einer klaren Überzeugung: AI wird das Betriebssystem operativer Supply Chains – aber nur, wenn wir sie bewusst für den Menschen bauen.